Energielexikon beginnend mit M

Quelle: MWV (Mineralölwirtschaftsverband e.V.)

Fachbegriffe rund um das Thema Energie
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MARPOL

MARPOL (Marine Pollution) ist die Kurzform des Internationalen Übereinkommens von 1973 zur Verhütung der Meeresverschmutzung durch Schiffe in der Fassung des Protokolls von 1978. In dem Übereinkommen werden sowohl für Öl- als auch für Chemikalientanker umfangreiche Regeln zur Verhütung einer Verschmutzung der Meeresumwelt aufgestellt. Daneben sind Regelungen für Schiffsabwasser und Schiffsmüll vorgesehen. Darüber hinaus verpflichtet MARPOL, in den Häfen Auffanganlagen für Öl- und Chemikalienreste vorzuhalten.

METHANOL

Methanol (Methylalkohol, Siedepunkt 65°C) ist der vom chemischen Aufbau her einfachste Alkohol und nicht zu verwechseln mit dem „Trinkalkohol“ (Ethanol). Methanol ist giftig. Nach heutigem Stand der Technik kann Methanol aus einer ganzen Reihe von Rohstoffen hergestellt werden: aus schweren Ölrückständen, aus Erdgas, aus Braunkohle und Steinkohle, aus Holz und kohlestoffhaltigen Abfällen.
Bisher wurde Methanol fast ausschließlich in der chemischen Industrie eingesetzt. Nur für Spezialzwecke, z.B. im Rennsport, wurden die guten motorischen Grundeigenschaften des Methanols genutzt (hohe Oktanzahl). In einem Gemeinschaftsprojekt „Alternative Energien für den Straßenverkehr“ des Bundesministeriums für Forschung und Technologie (BMFT) und der Deutschen Wissenschaftlichen Gesellschaft für Erdöl, Erdgas und Kohle (DGMK) wurde die Verwendung von Methanol als Kraftstoff (im direkten Einsatz, M 100 und als Benzin-Methanol-Mischkraftstoff, M 15 oder M 3) untersucht und dokumentiert.

MINERALÖL

Als Mineralöl werden aus Erdöl (Rohöl) hergestellte Energieträger (Kraftstoffe, Brennstoffe) oder Schmierstoffe (Öle und Fette) bezeichnet. Die Bezeichnung „Mineral Oil“ in englischsprachigen Texten bezeichnet eine besonders sorgfältig ausraffinierte Schmierölfraktion (Weißöl), allerdings verwendet das Übersetzungsbüro der Europäischen Kommission „Mineral Oil“ auch für „Mineralöl“.

MINERALÖLMARKT

Der Mineralölmarkt in der Bundesrepublik Deutschland setzt sich aus einer Reihe von Einzelmärkten zusammen, die im Allgemeinen nach den verschiedenen Mineralölprodukten unterschieden werden. Diese Einzelmärkte weisen keine einheitliche Angebotsund Nachfragestruktur auf und sind durch unterschiedliche Preisbestimmungsfaktoren gekennzeichnet.
Auf dem Tankstellenmarkt für Otto- und Dieselkraftstoff gab es Anfang 2001 rund 16300 Tankstellen, die etwa 400 Unternehmen verbunden sind oder diesen gehören, angefangen von den Tochterfirmen internationaler Ölgesellschaften über die nationalen Ölunternehmen, Supermärkte, Waren- und Versandhäuser bis hin zu kleineren Firmen mit nur wenigen Tankstellen. Die Versorgungsgrundlagen all dieser Firmen sind sehr unterschiedlich.
Auf dem Markt für leichtes Heizöl stehen etwa 5000 Handelsfirmen im Wettbewerb untereinander und gegen Erdgas, Fernwärme und Strom. Die Heizölhandelsfirmen sind teils mit den in Deutschland tätigen Raffineriegesellschaften vertraglich verbunden, versorgen sich teils aber auch über den Groß- und Importhandel selbst. Im Gesamtverband des deutschen Brennstoff- und Mineralölhandels (gdbm) ist der weitaus größte Teil der Unternehmen organisiert. Im Außenhandelsverband für Mineralöl (AFM), im Bundesverband Freier Tankstellen und Unabhängiger Deutscher Mineralölhändler (BFT) und im Bundesverband mittelständischer Mineralölunternehmen (UNITI) sind etwa 500 Firmen zusammengeschlossen.
Für Schmierstoffe gibt es in Deutschland rund 40 Hersteller und etwa 700 Lieferfirmen, die auf diesem Markt für hoch spezialisierte Produkte miteinander konkurrieren. Geringer ist die Zahl der Anbieter und Abnehmer auf dem Markt für schweres Heizöl, auf dem sich die inländischen Raffineriegesellschaften sowie einige Importeure und die Unternehmen der Industrie und der Energiewirtschaft im Wettbewerb gegenüberstehen. Außerdem konkurrieren die Anbieter von schwerem Heizöl mit Anbietern anderer Energieträger wie Kohle und Erdgas (Primärenergieverbrauch, Energieprogramm, Substitution).

MINERALÖLSTEUER

Mineralölprodukte unterliegen, wenn sie als Kraft- oder Heizstoffe verwendet werden, grundsätzlich der Mineralölsteuer. Sie ist eine Verbrauchsteuer im Sinne der Abgabenordnung; die Einnahmen stehen dem Bund zu. Seit dem 1. April 1999 wird die Mineralölsteuer unter dem Begriff Ökosteuer in fünf Stufen jeweils um sechs Pfennig je Liter erhöht.
Steuersätze für Mineralölprodukte:
Motorenbenzin (Ab 1.4.1985 getrennte Steuersätze für unverbleites (98/116 Pf/l) und verbleites (108/126 Pf/l) Motorenbenzin; verbleites Motorenbenzin ist vom deutschen Kraftstoffmarkt verschwunden.) ab 1.1.1994 98/108 Pf/l, ab 1.1.2001 116/126 Pf/l
Dieselkraftstoff ab 1.1.1994 62 Pf/l, ab 1.1.2001 80 Pf/l
Flüssiggas ab 1.7.1991 5,00 DM/100 kg (Wärmeerz.), ab 30.10.1995 7,50 DM/100kg (Ab 1.4.1999 unbefristet wie Erdgassteuer: 6,8 Pf/10 kWh)
Flüssiggas als Kraftstoff (Autogas) ab 1.7.1991 61,25 DM/100 kg, ab 1.1.2000 27,05 DM/100kg (Ab 1.1.2000 Erdgas als Kraftstoff DM 20,90/MWh ermäßigter Steuersatz befristet bis 31.12.2009)
Leichtes Heizöl ab 1.7.1991 8 Pf/l, ab 1.4.1999 12 Pf/l
Schweres Heizöl ab 1.1.1989 30,00/55,00 DM/Tonne (Wärme-/Stromerz.) ab 1.1.2000 35,00 DM/Tonne (Wärme-/Stromerz.) (Seit 1.1.2000 einheitlicher Satz)
Die Mineralölsteuer ist – entsprechend dem jeweiligen Steuersatz – dem Nettowarenpreis hinzuzurechnen. Der sich so ergebende Bruttopreis ist seinerseits Bemessungsgrundlage für die Mehrwertsteuer in Höhe von zurzeit 19%.
Der Anteil der Mineralölsteuer am gesamten Steueraufkommen liegt bei ca. 20%. Ihr Anteil an den Verbrauchsteuern beträgt rund 70%.

MINERALÖLTRANSPORTE

Mineralöltransporte (s. Logistik) erfolgen in Pipelines, Straßentankfahrzeugen, Eisenbahnkesselwagen, Hochseetankern (s. Tankercharter) und/oder Binnentankschiffen nach international abgestimmten Bau- und Betriebsvorschriften (s. Gefahrguttransport). Als Transporteure sind außer der staatlichen Eisenbahn in der Regel freie Unter- nehmen tätig, die den Mineralölfirmen ihre Dienste anbieten. Außer im Werkverkehr mit eigenen Fahrzeugen für eigene Zwecke wurden alle Beförderungen in Deutschland bis zur Verkehrsmarktliberalisierung 1994 im Rahmen der Vollendung des EU-Binnenmarktes nach staatlich genehmigten Tarifen abgerechnet und danach frei im Markt vereinbart.

MITTELDESTILLATE

Mitteldestillate sind Mineralölprodukte, die bei der Rohöldestillation im „mittleren“ Siedebereich (180°C bis 360°C) gewonnen werden. Zu ihnen gehören vor allem leichtes Heizöl und Dieselkraftstoff, aber auch Flugturbinenkraftstoff (s. Flugkraftstoffe) und Petroleum

MOLCH

Ein Molch ist eine bewegliche Betriebs- und Überwachungseinrichtung zum Einsatz im Inneren einer Pipeline und dient im Wesentlichen:

der Reinigung der Rohrleitung (Reinigungsmolch)
der Sortentrennung beim Transport (Trennmolch)
der Abdichtung bei Reparaturen (Sperrmolch)
der Überprüfung auf Korrosion und Risse (Korrosionsprüfmolch/Risssuchmolch)

MOZ

Siehe Oktanzahl

MTBE

MTBE (Methyltertiärbutylether) wird aus Methan und Isobuten hergestellt. MTBE ist sehr klopffest und wird als Kraftstoffkomponente verwendet. Durch seinen sehr intensiven Geruch und Geschmack wird es bereits in geringsten Konzentrationen wahrgenommen. In mehreren Bundesstaaten der USA wird die Nutzung von MTBE untersagt, weil mehrere Trinkwasserquellen wegen MTBE aus undichten Kraftstofftanks unbrauchbar wurden. In Deutschland sind – im Unterschied zu den USA – nahezu alle Tankstellen mit doppelwandigen Tanks ausgerüstet worden, so dass (wie das Umweltbundesamt in Berlin bestätigt) keine Gefährdung des Grundwassers zu befürchten ist.
ETBE, Ethyltertiärbutylether, enthält Ethanol statt Methanol und hat dem MTBE ähnliche Eigenschaften.

MULTINATIONALE ÖLKONZERNE

Als multinationale Ölkonzerne werden jene privaten oder staatlichen Unternehmen bezeichnet, die weltweit im Mineralölgeschäft tätig sind. Im Gegensatz zu anderen Wirtschaftsbereichen ist die Internationalität in der Mineralölindustrie aufgrund der getrennten geographischen Lage der Erdölfelder- und Verbrauchszentren entstanden. Da die Rohstoffquellen und die Mineralölmärkte meist durch Tausende von Kilometern voneinander entfernt sind und die Märkte in den verschiedenen Ländern zudem unterschiedliche Nachfragestrukturen aufweisen, waren die Ölgesellschaften schon sehr früh zu einer internationalen Arbeitsweise gezwungen.

Die bedeutendsten privaten und staatlichen multinationalen Ölgesellschaften sind:

Saudi-Aramco, Saudi-Arabien

Exxon Mobil, USA

Petróleos de Venezuela SA (PDVSA), Venezuela

National Iranian Oil Corporation (NIOC), Iran

Royal Dutch/Shell, Großbritannien + Niederlande

BP Amoco, Großbritannien

Petróleos Mexicanos (Pemex), Mexiko

Pertamina, Indonesien

TotalFinaElf, Frankreich

Kuwait Petroleum Corporation (KPC), Kuwait