Energielexikon beginnend mit A

Quelle: MWV (Mineralölwirtschaftsverband e.V.)

Fachbegriffe rund um das Thema Energie
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ABFÜLLSCHLAUCH-SICHERUNG

Gewässerschutzrechtliche Maßnahme bei der Tankstellenbelieferung durch Straßentankfahrzeuge, die den Füllstrom nur bei ordnungsgemäßem Anschluss des Füllschlauches, der Überfüllsicherung und Leitung für die Gaspendelung freigibt. Es gibt weitere technische Lösungen, z.B. die nur dem Gewässerschutz dienende Aufmerksamkeitstaste mit Not-Aus (ANA), aber auch spezielle elektronische Systeme, mit denen im Rahmen der Qualitätssicherung Fehlbefüllungen durch Produkterkennung vermieden werden können.

ABGASKATALYSATOR

Mit Edelmetall (z.B. Platin) beschichteter Keramikkörper im Abgassystem von Kfz zur Verminderung der Schadstoffemission. Mit seiner Hilfe werden Stickoxide, Kohlenmonoxid und Kohlenwasserstoffe zu Stickstoff, Kohlendioxid und Wasser umgesetzt. Bisherige Systeme erreichen eine 90%ige Wirkung, künftige mehr als 98% Minderung. Das Abgas nach dem Katalysator zeigt nach toxikologischen Untersuchungen keine gesundheitlichen Effekte mehr.

ADDITIVE

Additive sind Zusatzmittel oder Wirkstoffe, die in Kraft-, Brenn- und Schmierstoffen erwünschte Eigenschaften verstärken, unerwünschte Eigenschaften unterdrücken oder neue Wirkungen ausüben. So können bei Kraftstoffen das Motoreinlasssystem saubergehalten und Ablagerungen im Motor verhindert oder in Schmierölen die Alterungsbeständigkeit verlängert werden. Senkung der Schadstoffemissionen im Abgas und Verhinderung der Korrosion von Metallteilen im Kraftstoffsystem sind weitere Wirkungen von Additiven.

ADN

Accord Européen relatif au transport international des marchandises dangereuses par voie de navigation (Europäisches Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf Binnenwasserstraßen), siehe Gefahrguttransport.

ADNR

Accord Européen relatif au transport international des marchandises dangereuses par voie de navigation du Rhin (Europäisches Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf dem Rhein), siehe Gefahrguttransport.

ADR

Accord Européen relatif au transport international des marchandises dangereuses par route (Europäisches Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße), siehe Gefahrguttransport.

ALTERNATIVE KRAFTSTOFFE

Als „Alternative Kraftstoffe“ werden Energieträger für Otto- und Dieselmotoren bezeichnet, die – mit Ausnahme von Flüssiggas – nicht aus der Mineralölverarbeitung stammen. Dazu gehören Rapsöl und Ethanol aus landwirtschaftlicher Produktion, Erdgas verflüssigt oder unter Druck sowie Wasserstoff. Rapsöl und andere Pflanzenöle werden mit Methanol zu sog. Estern umgesetzt und als „Biodiesel“ angeboten. Mit Ausnahme von Flüssiggas sind alternative Kraftstoffe nur mit hohen Subventionen wettbewerbsfähig.

ALTÖL

Unter Altöl versteht man gebrauchte halbflüssige oder flüssige Stoffe, die ganz oder teilweise aus Mineralöl oder synthetischen Ölen bestehen, einschließlich ölhaltiger Rückstände aus Behältern, Emulsionen und Wasser-Öl-Gemische.
Seit dem 1. November 1986 ist Altöl in die abfallrechtlichen Vorschriften integriert; auch das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz findet auf Altöle Anwendung. Der früher geltende Anspruch auf kostenlose Altölentsorgung ist seitdem entfallen. Gemäß dem Verursacherprinzip ist der Altölbesitzer selbst für die ordnungsgemäße Entsorgung verantwortlich. Er kann sich dafür der Altölsammelbetriebe bedienen, die Altöl je nach Qualität und Verunreinigung der Wiederaufarbeitung, der energetischen Nutzung oder der schadstoffarmen Vernichtung zuführen. In Abhängigkeit von der erforderlichen Entsorgungsalternative stehen die Entsorgungskosten, die vom Altölbesitzer zu tragen sind. Eine Ausnahme bilden Motoren- und Getriebeöle, die vom Endverbraucher in gleichen Mengen, wie sie gekauft worden sind, als Altöl kostenlos an den Vertreiber zurückgegeben werden können. Näheres regelt die Altölverordnung.
Altöl fällt in einer jährlichen Menge von etwa 600.000 t an – das sind ca. 60% des Frischölabsatzes.

ANLAGENVERORDNUNG

Die VAwS sind Verordnungen der Bundesländer, die die grundlegenden und eher allgemein gehaltenen Anforderungen des Wasserhaushaltsgesetzes konkretisieren. Anlagen zum Umgang (insbes. Lagern, Abfüllen, Umschlagen, Herstellen und Behandeln) mit Wasser gefährdenden Stoffen müssen danach zunächst dicht und widerstandsfähig gegen die zu erwartenden Einflüsse Wasser gefährdender Stoffe sein. Etwaige Undichtheiten müssen schnell und zuverlässig erkennbar sein. Dennoch austretende Wasser gefährdende Stoffe müssen zurückgehalten werden, z.B. in einem Auffangraum.

API-GRADE

API-Grade (API ist das American Petroleum Institute) sind ein konventionelles Dichtemaß aus den USA (Dichte, Rohölprovenienzen), das vor allem für die Beurteilung von Rohölen verwendet wird.

AROMATEN

Aromaten (eigentlich aromatische Kohlenwasserstoffe) ist eine Sammelbezeichnung für Kohlenwasserstoffe, deren Moleküle einen oder mehrere Benzolringe, im Allgemeinen mit paraffinischen Seitenketten (Toluol) enthalten. Wegen ihres hohen Heizwertes und der guten Klopffestigkeit sind Aromaten als Bestandteile des katalytischen Reformates (Raffinerieverfahren) wichtige Mischkomponenten, um bei Ottokraftstoffen hohe Oktanzahlen zu erreichen. Daneben sind sie gute Lösungsmittel und finden vielseitige Anwendung als Grundstoffe für die chemische Industrie.

ASPHALT

Gemisch aus Bitumen und mineralischen Zuschlagstoffen besonders für den Straßenbau.

AUFFANGRAUM

Schutzmaßnahmen gegen das unkontrollierte Auslaufen von Lagergut aus oberirdischen Tanks und im Brandfall zusätzlich auch von Löschwasser. Durch Auffangräume sollen die Ausbreitung eines Brandes, eine vom Lagergut ausgehende Explosionsgefahr sowie eine Verunreinigung von Oberflächengewässern, der Kanalisation oder des Bodens vermieden werden. Sie sind ausschließlich für Notfallsituationen bestimmt, niemals für die Lagerung von Gütern; ungeachtet dessen müssen sie im gewässerschutzrechtlichen Sinne (WHG, VAwS) gegen das Eindringen von „Lagergut“ dicht sein.

AUFMERKSAMKEITSTASTE MIT NOT-AUS

AUSLASTUNGSGRAD

Mit dem Auslastungsgrad wird die Beschäftigung einer technischen Anlage als Prozentzahl ausgedrückt. Der Auslastungsgrad einer Raffinerie wird üblicherweise bestimmt durch das Verhältnis von Rohöleinsatzmenge zu Rohöldestillationskapazität. Da die Rohöldestillationskapazität jahresbezogen ist, mithin auch Stillstände wegen technischer Überholungen berücksichtigt, muss bei kürzeren Perioden eine entsprechende Umrechnung erfolgen, die aber eingeschränkt aussagefähig ist. So wird z.B. ein monatlicher Auslastungsgrad auch bei kontinuierlicher Auslastung über dem Jahreswert liegen. Eine weitere Einschränkung der Aussagefähigkeit des Auslastungsgrades ist dadurch gegeben, dass der Einsatz von Halbfertigerzeugnissen bei der Berechnung des Auslastungsgrades allgemein nicht berücksichtigt wird. Ebenso wird bei dieser Methode keine Aussage über die Auslastung der Zweitverarbeitungs-(Konversions-)anlagen gemacht.

AUTO/ÖL-PROGRAMM

Das Auto/Öl-Programm ist ein von der Europäischen Kommission initiiertes, gemeinsam mit der europäischen Automobil- und Mineralölindustrie durchgeführtes Forschungsprogramm zur Untersuchung der Auswirkungen moderner Motortechniken und veränderter Kraftstoffzusammensetzung auf die Fahrzeugemissionen. Die Untersuchungsergebnisse unter Berücksichtigung der Luftqualität bilden die Grundlage für die Festlegung der Abgasgrenzwerte und der Kraftstoffqualitäten vom Jahr 2000 an.

AUTOGAS

Siehe Flüssiggas